Vielleicht gehörst du auch zu den Leuten, die ohne ihre Agenda nicht auskommen.
Die nicht mehr wissen, wo man nächste Woche hin muss, sollte das Handy mal kaputt gehen.
Die eine ganze Liste von Dingen haben, die noch gemacht werden müssen. Und diese Liste wird nie kleiner.
Mir geht es so. Oder zumindest fühlt es sich etwa so an.
Und vielleicht geht es dir ähnlich wie mir. Oder vielleicht fühlt es sich auch für dich so an.
Martha in der Bibel ging es ebenso. Auch sie war beschäftigt, hatte eins am anderen zu tun, um Jesus und seine Jünger bewirten zu können.
Wollte nur das Beste vom Besten auftischen.
Wollte ihr Bestes geben.
Und die ganze Zeit fühle ich mit Martha mit.
Ich will auch mein Bestes geben.
Auch ich würde nur das Beste vom Besten auftischen wollen.
Und da ist noch Maria. Maria, die nichts besseres zu tun hat, als Jesu zu Füssen zu sitzen und ihm zuzuhören.
Das ist nicht fair! Ich arbeite hier eine Liste ab und sie sitzt dort und geniesst die Gesellschaft.
Ich kann mitfühlen. Martha findet das nicht gerecht.
Und sie geht hin.
Stellt sich vor Jesus hin. Unterbricht die Gesellschaft. Kriegt die Aufmerksamkeit . . . und will nur eines wissen:
Herr, kümmert es dich nicht, dass meine Schwester mich allein gelassen hat zu dienen? Sage ihr doch, dass sie mir helfe! (Lukas 10, 40b)
Da ist's raus. Da kommt die Gerechtigkeit.
Maria soll aufstehen und die Männer bedienen. Soll sich die Hände schmutzig machen.
Doch trotz all meinem Gerechtigkeitssinn kommt nun nicht die Antwort, die ich erwartet hätte.
Marta, Marta! Du bist besorgt und beunruhigt um viele Dinge; eins aber ist nötig. Maria aber hat das gute Teil erwählt, das nicht von ihr genommen werden wird. (Lukas 10, 41b + 42
Maria darf sitzen bleiben. Sie hat sogar das Gute gewählt. Die bessere Entscheidung getroffen.
Während ich mich abmühe, darf meine Schwester dort sitzen und zuhören.
Und Jesus wertet dies als besser!
Und ich denke zurück an meine Agenda, meine Liste von Dingen die noch getan werden müssen.
Und wenn ich Martha wäre, und ich ihm dieselbe Fragen stellen würde, was würde er zu mir sagen?
Würde er mir sagen, dass Maria die bessere Entscheidung getroffen hat?
Und langsam . . . ganz langsam, realisiere ich:
Ich bin Martha.
Beschäftigt mit Dienen. Eine Liste von Dingen zu tun.
Ich sorge mich und ich bin beunruhigt durch viele Dinge.
Ich bin Martha.
Und Jesus sagt es ganz klar:
Maria aber hat das gute Teil gewählt.Und deshalb will auch ich das gute Teil wählen.
Und deshalb will ich mich hinsetzten, an diesem Ort, wo Frieden und Stille über allem herrschen.
Wo Jesus zu mir reden kann. Wo ich mit ihm sprechen kann.
Jesu Füsse.
Und so schreibe ich, um genau an diesen Ort zu kommen. Um zu hören und zu reden und zu lernen.
Einen Ort, über den Johannes der Täufer schon sagte, er sei nicht würdig, der Riemen seiner Sandalen zu öffnen.
Jesu Füsse.
Und ich geh hin und sitze dort. Und ich höre und lese und rede und lerne und schreibe.
Und ich lass Martha hinter mir, um wenigstens teilweise das Gute zu wählen.
Und das ist das MaryProject.